Vom „schweren Gang“ und der Leichtigkeit des Seins
Violinsonaten über den passus duriusculus in den verschiedenen Nationalstilen der Barockzeit
Immer wieder hat die Chromatik – und insbesondere die absteigende – Komponisten bewegt und auch gefangen. Als Ausdruck größten Leides, Trauer und Schmerz ist der „Passus duriusculus“ eine wesentliche „Figur“ in der Musik v.a. der Renaissance und des Barock. In diesem Programm finden sich Violinsonaten aus dem Hochbarock, die (meist in einem Satz) die Chromatik und den „harten Gang“ zum Thema haben. Wie unterschiedlich die Komponist/in/en mit derselben Grundlage umgehen und auch wie verschieden die musikalische Sprache in den diversen Ländern war, kommt in dieser Zusammenstellung besonders schön zur Geltung. Trotz der Thematik ist es aber keineswegs eine „Trauermusik“, da ja meist nur ein Teil dem passus duriusculus gewidmet ist, doch sie bewegt das Gemüt und entspricht den barocken Vorstellungen einer guten Komposition. Georg Simon Löhlein in seinen Violinanweisungen: „Eine gute Composition muss empfindbar sein, das ist: sie muss das in sich fassen, was die Leidenschaften erregen und wieder besänftigen kann.“
